Frauen haben es in den meisten Gesellschaften schwerer als Männer. Auch in Deutschland verdienen sie weniger und oft bleibt die Hausarbeit an ihnen hängen. Aber seien wir ehrlich: Die Diskriminierung, Unterdrückung und Gewalt, die Frauen aus manchen anderen Kulturkreisen erleben, ist etwas völlig anderes. Wir wissen aus den Medien von Ehrenmorden, Zwangsheirat, Verstümmelungen. Wer im Bereich Soziale Arbeit oder Jugendamt arbeitet hat oft schon ganz konkret damit zu tun gehabt.

Die iranische Bewegung „Men in Hijab“ unterstützt den Kampf gegen den Kopftuchzwang für Frauen.

Um Mädchen und Frauen beizustehen und sie zu schützen, müssen wir den Hintergrund dieser Zwangsverhältnisse verstehen.

Doch nicht erst wenn möglicherweise gegen Straftaten eingeschritten werden muss, wird das Geschlechterverhältnis relevant. Gerade jüngere Kolleginnen erleben häufig respektloses Verhalten durch Männer. Der Workshop bietet den Raum, darüber offen zu reden und eigene Strategien zu entwickeln.

Von großer Bedeutung sind Rollenvorstellungen auch in der Beratung, etwa zu Ausbildung und Beruf. Hier gilt es typische Falschannahmen aufzulösen, etwa wenn die Situation eines Migrantenmädchens mit der der eigenen Großmutter verglichen wird.

In dem Workshop zeigen wir die Vielfältigkeit und Widersprüchlichkeit von Männer- und Frauenrollen auf, erläutern Unterschiede zwischen Ländern und Schichten und erklären auch, warum ein konservatives muslimisches Mädchen, leichter als es unsere Großmutter konnte, heute Ingenieurin werden kann, aber womöglich nicht Sekretärin.

Wir diskutieren Möglichkeiten der Unterstützung und erzählen, wie muslimische Frauen selbst gegen ihre Unterdrückung kämpfen.